Das Start-up Hyperheat zeigt, wie Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung zusammengehen können. Gemeinsam mit unserer Bundesvorsitzenden Franziska Brantner habe ich die Gründer Lars Amsbeck und Frederick Lessmann im Flow ’86 am alten Schlachthof in Offenburg besucht und spannende Einblicke in ihre Arbeit bekommen wie sie industrielle Prozesswärme neu ädenken.
Hyperheat entwickelt und produziert elektrische industrielle Heizsysteme, mit denen Luft auf über 1000 bis sogar 2000 Grad Celsius erhitzt werden kann. Genau diese extremen Temperaturen werden in der Stahl-, Zement-, Glas-
und Chemieindustrie gebraucht – bislang meist mit Erdgas. Das Problem: Diese sogenannte industrielle Prozesswärme ist für rund 20 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich.
Die Idee von Hyperheat: Statt fossiler Brennstoffe kommen elektrisch beheizte Hochtemperatur-Keramiken zum Einsatz – im Prinzip wie ein gigantischer Föhn, nur eben für Industrieöfen. So können Produktionsprozesse
vollständig elektrifiziert oder flexibel „hybrid“ betrieben werden. Das spart CO₂ und macht Unternehmen zukunftsfähig.
Besonders beeindruckend: Die zugrunde liegende Technologie war lange bekannt, galt aber als unwirtschaftlich. Erst durch weitere Entwicklungsarbeit ist es HyperHeat gelungen, die Keramiken dauerhaft hitzebeständig und damit marktreif zu machen.
Aktuell arbeitet ein internationales Team aus fünf Nationen in Offenburg an dieser Zukunftstechnologie – auf Englisch und mit viel Innovationsgeist. Bis zum Jahresende soll das Team weiter wachsen, die ersten fünf Anlagen werden noch in diesem Jahr ausgeliefert.
Solche Unternehmen zeigen, wie aus Ideen echte Lösungen für Klimaschutz und industrielle Transformation entstehen. Unsere Aufgabe in der Politik ist es, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen: weniger Bürokratie, verlässliche Planung und gute Bedingungen für Fachkräfte.
Die Energiewende passiert nicht irgendwo – sie passiert hier bei uns.
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