Pressemitteilung
Offenburg/Achern. Von den Waldbränden im Kinzig- und Harmersbachtal über die Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule bis hin zur Förderung der Jugendfeuerwehren: Bei einem persönlichen Gespräch am Montag tauschte sich die Offenburger Landtagsabgeordnete und Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion für Bevölkerungsschutz, Maren Seifert, mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Michael Wegel, über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Feuerwehren im Land aus.
Wegel vertritt als ehrenamtlicher Präsident des Landesfeuerwehrverbandes die Interessen von rund 200.000 Feuerwehrangehörigen in Baden-Württemberg. Als langjähriger hauptamtlicher Feuerwehrkommandant in Achern ist er zugleich fest in der Ortenau verwurzelt und kennt die Herausforderungen der Feuerwehren aus der täglichen Praxis.
„Michael Wegel ist ein ausgesprochen kompetenter und pragmatischer Gesprächspartner, der die Anliegen unserer Feuerwehren mit großer Sachkenntnis und einem klaren Blick für praktikable Lösungen vertritt. Für mich als Sprecherin für Bevölkerungsschutz ist dieser direkte Austausch mit der Feuerwehrpraxis besonders wertvoll“, betonte Seifert.
Waldbrände in der Ortenau: Erfahrungen auswerten und Konsequenzen ziehen
Ein Schwerpunkt des Gesprächs waren die jüngsten Waldbrände im Kinzig- und Harmersbachtal. Beide waren sich einig, dass die Erfahrungen aus den aufwendigen Löscheinsätzen nun sorgfältig ausgewertet werden müssen. Welche Maßnahmen haben sich bewährt? Wo gab es Schwierigkeiten? Und welche Erkenntnisse lassen sich daraus für künftige Waldbrände gewinnen? Wegel sagte zu, Seifert über die Ergebnisse der anstehenden Auswertung auf dem Laufenden zu halten.
„Die Waldbrände haben eindrücklich gezeigt, was unsere Feuerwehren unter schwierigen Bedingungen leisten. Jetzt kommt es darauf an, aus diesen Einsätzen zu lernen und unsere Einsatzkräfte bestmöglich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten“, so Seifert.
Feuerwehrausbildung stärken und rechtliche Rahmenbedingungen weiterentwickeln
Auch die begrenzten Ausbildungskapazitäten an der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg waren Thema. Wegel sprach sich dafür aus, einzelne Lehrgänge künftig verstärkt dezentral anzubieten, um die Ausbildungsmöglichkeiten zu erweitern. Darüber hinaus diskutierten beide über eine klarere Abgrenzung zwischen Pflicht- und freiwilligen Aufgaben der Feuerwehren sowie über mögliche Anpassungen der Altersgrenzen im aktiven Feuerwehrdienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Wegel befürwortet eine Aufhebung der bisherigen Altersobergrenze oder deren Orientierung am gesetzlichen Renteneintrittsalter. Auch einer Absenkung des Mindestalters für Einsätze auf 17 Jahre steht er offen gegenüber.
Weitere Gesprächsthemen waren die Zuständigkeiten innerhalb der Integrierten Leitstellen, bei denen Wegel klarere Verantwortlichkeiten anregte, sowie die Fördersystematik des Landes. Mit der bestehenden Feuerwehrförderung zeigte sich der Verbandspräsident zufrieden. Insgesamt zog Wegel eine positive Bilanz der Unterstützung der Feuerwehren durch die Landesregierung.
Zusätzliche Mittel für die Jugendfeuerwehren in Aussicht
Eine erfreuliche Perspektive konnte Seifert insbesondere für die Nachwuchsarbeit aufzeigen: „Die Haushaltsberatungen laufen zwar noch, aber ich setze mich gemeinsam mit unserem Sprecher für Arbeit und Jugend Berat Gürbüz dafür ein, dass wir zusätzliche Mittel für Projekte der Jugendfeuerwehr bereitstellen. Und ich bin zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird!“
Die Jugendfeuerwehren seien für die Zukunft der Feuerwehren unverzichtbar, betonte Seifert. Sie begeisterten junge Menschen für das Ehrenamt, vermittelten Verantwortungsbewusstsein und stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Zum Abschluss dankte Seifert dem Landesfeuerwehrpräsidenten für das offene und konstruktive Gespräch. „Michael Wegel verbindet langjährige Einsatzerfahrung mit einem klaren Blick für die Bedürfnisse der Feuerwehren im ganzen Land. Ich freue mich sehr auf den weiteren engen Austausch und die Zusammenarbeit. Denn gute Feuerwehrpolitik entsteht dort, wo politische Entscheidungen und praktische Erfahrung zusammenkommen.“
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