Biogas-Stromerzeugung im Wahlkreis Offenburg: Nur eine bestehende Anlage erhält Zuschlag, ein weiteres neues Projekt wird gefördert

Pressemitteilung

11.06.2026, Stuttgart/Offenburg. Im Jahr 2026 endet für zahlreiche Biogasanlagen in Deutschland die erste Förderperiode nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Diese beträgt in der Regel 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Für Anlagen aus dem Jahr 2006 bedeutet dies, dass nun das Ende der ursprünglichen EEG-Förderung erreicht wird. Für den Weiterbetrieb sind diese Anlagen auf einen weiteren Zuschlag angewiesen, der über Ausschreibungen der Bundesnetzagentur vergeben wird.

Die Ergebnisse der aktuellen Biomasse-Ausschreibung der Bundesnetzagentur sind hier veröffentlicht.

Für den Wahlkreis Offenburg ergibt sich daraus ein gemischtes Bild.

Die bestehende Biogasanlage in Hohberg (Betreiber: Dieter Pfefferle) hat einen Zuschlag im Rahmen der EEG-Förderung erhalten. Die Anlage mit einer Gesamtleistung von 291 kW besteht laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur aus zwei Stromerzeugungseinheiten mit 191 kW und 100 kW installierter Leistung. Damit ist der Weiterbetrieb über das Ende der bisherigen EEG-Förderung hinaus gesichert.

Zusätzlich erhielt ein neues Biomasseprojekt in Oberharmersbach (Betreiber: Rolf Rombach) einen Zuschlag mit einer installierten Leistung von 570 kW. Die Anlage befindet sich gemäß Markstammdatenregister derzeit noch im Planungsstatus und wird ebenfalls über das Ausschreibungsverfahren gefördert.

Gleichzeitig zeigt die Auswertung der im Marktstammdatenregister erfassten Biomasseanlagen im Wahlkreis, dass zwei weitere Standorte, Zell am Harmersbach (160 kW) und Nordrach (800 kW), im laufenden Jahr das Ende ihrer EEG-Förderperiode erreichen. Für diese Anlagen ist keine Zukunftsperspektive ersichtlich. Sie laufen damit Gefahr, abgeschaltet zu werden.

Insgesamt wurde das bundesweite Ausschreibungsvolumen nur zu rund 80 Prozent ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund bleibt offen, ob künftig alle wirtschaftlich tragfähigen Biogasanlagen im ländlichen Raum einen weiteren Zuschlag erhalten können.

Die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt dazu: „Biogasanlagen sind ein wichtiger Baustein der erneuerbaren Energieversorgung im ländlichen Raum. Sie liefern steuerbare Leistung und ergänzen Wind- und Solarenergie dort, wo diese wetterbedingt schwanken. Dass zwei Anlagen das Aus droht, ist ein deutliches Warnsignal. Hier muss die Bundesregierung, insbesondere mit Blick auf die zuständige Bundesministerin Katharina Reiche (CDU), nachsteuern, um verlässliche Rahmenbedingungen für bestehende und neue Biogasanlagen sicherzustellen.“

Seifert kündigt an, die Entwicklung der Biogasanlagen im Wahlkreis weiter eng zu begleiten und sich für stabile Perspektiven im Rahmen der Energiewende einzusetzen.

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