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20.000 gehen in Rente: Ortenau muss alle Arbeitskräftepotenziale nutzen

Maren Seifert MdL mit Theresia Denzer-Urschel (Vorsitzende der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Offenburg).

25.08.2026, Offenburg. Rund 20.000 Menschen, also etwa 10 Prozent der Berufstätigen, werden in den kommenden Jahren in der Ortenau in den Ruhestand gehen. Der regionale Arbeitsmarkt steht damit vor einem tiefgreifenden Wandel. Wie die Region ihren Fachkräftebedarf decken und gleichzeitig mehr Menschen in Ausbildung und Beschäftigung bringen kann, war Thema eines Austauschs der Offenburger Landtagsabgeordneten Maren Seifert (Grüne) mit Theresia Denzer-Urschel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.

Die Ausgangslage ist auf den ersten Blick vergleichsweise stabil: Die Arbeitslosenquote im Ortenaukreis liegt aktuell bei 4,1 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte unter dem baden-württembergischen Durchschnitt. Auf 100 offene Ausbildungsstellen kommen rund 60 Bewerbende. Die gute Arbeitsmarktlage darf aber nicht über die unterschiedlichen Entwicklungen für einzelne Gruppen hinwegtäuschen. Denn nicht alle profitieren gleichermaßen. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent gestiegen, bei Langzeitarbeitslosen um fast 17 Prozent und bei schwerbehinderten Menschen um fast 23 Prozent. Zudem finden besonders ältere Arbeitslose schwieriger eine neue Stelle und bilden mit mittlerweile rund 40 Prozent den größten Anteil in der Ortenau.

„Die Ortenau hat weiterhin einen stabilen Arbeitsmarkt. Aber wir dürfen nicht nur auf die Arbeitslosenquote schauen. Entscheidend ist, ob es uns gelingt, Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen tatsächlich in Beschäftigung zu bringen und gleichzeitig genügend Fachkräfte für unsere Unternehmen zu gewinnen“, sagt Denzer-Urschel.

Besonders die Entwicklung bei Jugendlichen bereitet der Agentur für Arbeit Sorgen. Neben fachlichen Voraussetzungen fehle es teilweise an überfachlichen Kompetenzen wie Dialog- und Demokratiefähigkeit oder Resilienz. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, den aktuellen Krisen und der Rückkehr des Krieges nach Europa haben laut der Agentur bei vielen jungen Menschen Spuren hinterlassen.

Denzer-Urschel verwies in diesem Zusammenhang auf das deutsch-französische Format „Allez-Hop zum Job“. Dabei kommen Bewerbende und Arbeitgebende beispielsweise bei gemeinsamen sportlichen Aktivitäten unkompliziert miteinander in Kontakt. Seifert sieht darin einen interessanten Ansatz: „Gerade wenn klassische Bewerbungsverfahren Hürden aufbauen, können niedrigschwellige Begegnungen Türen öffnen. Wir können es uns nicht leisten, junge Menschen am Anfang ihres Berufslebens zu verlieren. Dafür müssen wir auch neue Wege ausprobieren und diese entstehen manchmal eben auch erst beim Gehen.“

Neben Jugendlichen müsse der Blick aber auf alle Gruppen gerichtet werden, deren Potenzial für den Arbeitsmarkt bisher nicht ausreichend realisiert werde. Die Agentur für Arbeit verfügt unter anderem über ein gut ausgestattetes Reha-Budget, mit dem die berufliche Ersteingliederung und weitere Angebote für Menschen mit Behinderungen unterstützt werden. Daneben bleibt auch die Qualifizierung von Menschen ohne Berufsabschluss eine zentrale Herausforderung. Mit einem Anteil von 36 Prozent hat die Ortenau landesweit einen besonders hohen Anteil an ungelernten Arbeitnehmenden.

„Wenn in den kommenden Jahren 20.000 Menschen in der Ortenau in Rente gehen, wird es umso wichtiger, die unterschiedlichen Potenziale auf unserem Arbeitsmarkt so gut es geht zu nutzen“, betont Seifert. „Die Ortenau ist wirtschaftlich stark. Jetzt kommt es darauf an, diese Stärke durch den Wandel zu bringen – mit guten Ausbildungsangeboten, gezielter Qualifizierung, erfolgreicher Einwanderung von Fachkräften, fairem Zugang zu Bildung und einer Arbeitswelt, die so gestaltet ist, dass möglichst viele Menschen ihre Fähigkeiten einbringen können.“

Selbstbestimmt durch Schwangerschaft und Geburt: Land fördert neues Gesundheitszentrum in Offenburg mit rund 118.500 Euro

13.08.2026, Offenburg. Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit hat heute bekannt gegeben, dass das Land drei weitere Lokale Gesundheitszentren mit Fokus auf geburtshilfliche Versorgung fördert. Eines davon entsteht in Offenburg. Die Stadt erhält 118.589 Euro für das Projekt „Gemeinsam wachsen – Gesundheit und Empowerment rund um Schwangerschaft und Geburt“.

„Eine gute Geburtshilfe ist keine Selbstverständlichkeit. Schwangerschaft und Geburt betreffen die Gesundheit, körperliche Selbstbestimmung und Lebensrealität von Frauen unmittelbar. Geburtshilfe darf auch nicht davon abhängen, wie gut sich eine Frau allein durch das Gesundheitssystem navigieren kann. Dass das Projekt in Offenburg mit der Förderung vom Land unterstützt wird, ist deshalb ein wichtiges Signal“, erklärt die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Grüne).

Das Projekt setzt auf Gesundheitskompetenz und Empowerment von Frauen, Familien und Fachpersonal sowie auf eine bessere Zusammenarbeit der an der Geburtshilfe beteiligten Akteur*innen. „Empowerment bedeutet für mich, Frauen nicht nur gut zu versorgen, sondern sie in ihrer Selbstbestimmung zu stärken. Gerade bei Schwangerschaft und Geburt ist es wichtig, dass Frauen ihre eigenen Bedürfnisse und Entscheidungen in den Mittelpunkt stellen können“, so Seifert. „Wenn Geburtshilfe vielerorts unter Druck gerät, müssen wir vor Ort Strukturen stärken und weiterentwickeln. Mit der Förderung des Landes setzen wir ein klares Zeichen für eine vernetzte Geburtshilfe und dafür, dass die Gesundheit von Frauen politische Priorität hat.“

Die vollständige Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales, Arbeit und Gesundheit finden Sie hier.

„Täter*innenarbeit ist Opferschutz“: Maren Seifert MdL besucht Soziale Rechtspflege Offenburg und fordert stärkere Prävention bei Gewalt gegen Frauen

Maren Seifert MdL zusammen mit Sozialarbeiterin Marion Haller von der Sozialen Rechtspflege Ortenau e.V.

06.08.2026, Offenburg. Gewalt gegen Frauen darf nicht erst dann Thema werden, wenn es zu einer tödlichen Eskalation kommt. Nach dem Femizid in Offenburg wird erneut deutlich: Neben konsequentem Schutz der von Gewalt Betroffenen muss die Gesellschaft früher bei den Täter*innen ansetzen. Die Offenburger Landtagsabgeordnete und stellvertretende Innenausschussvorsitzende, Maren Seifert (GRÜNE), hat sich deshalb bei der Sozialen Rechtspflege Ortenau e.V. über Täter*innenarbeit und Möglichkeiten der Gewaltprävention informiert.

„Jede getötete Frau ist eine zu viel. Wir müssen uns als Gesellschaft fragen, wie wir früher intervenieren können, bevor Gewalt eskaliert“, sagt Seifert. „Täter*innenarbeit ist Opferschutz. Wer Gewalt verhindern will, muss auch mit den Menschen arbeiten, die Gewalt ausüben oder Gefahr laufen, gewalttätig zu werden.“

Die Soziale Rechtspflege Ortenau leistet hierfür wichtige Arbeit. Der freie Verein ist aus der Gefangenenfürsorge und Straffälligenhilfe entstanden und begleitet Menschen vor und nach der Haft. Dazu gehören unter anderem Beratungen in Justizvollzugsanstalten, Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Projekte sowie Angebote für die Wiedereingliederung nach der Haft beispielsweise durch vom Verein betreute Wohngruppen in Offenburg und Lahr und Unterstützung bei der Rückkehr in Arbeit.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf der Gewaltprävention. Die Soziale Rechtspflege bietet Anti-Gewalt-Kurse und zunehmend auch Einzelgespräche an. „Gewalt ist kein Problem einzelner Milieus“, betont Sozialarbeiterin Marion Haller von der Sozialen Rechtspflege Ortenau. „Gerade bei häuslicher Gewalt müssen wir genauer hinschauen. Hinter gewalttätigem Verhalten stehen häufig komplexe Ursachen, etwa eigene Gewalterfahrungen, Traumatisierungen oder erlernte Muster. Das entschuldigt Gewalt nicht, aber es zeigt, warum professionelle Täter*innenarbeit notwendig ist.“

Nach Angaben der Sozialen Rechtspflege wurden 2025 in der Ortenau 130 Fälle häuslicher Gewalt gemeldet, bei denen 140 Kinder unter 18 Jahren betroffen waren. Rund 95 Beratungen wurden durch die Soziale Rechtspflege durchgeführt. Etwa 90 Prozent der beratenen Täter*innen waren Männer.

Die Arbeit der Sozialen Rechtspflege erfolgt häufig auf Initiative von Jugendämtern, Familiengerichten und Staatsanwaltschaften. Verfahren können zum Beispiel gegen die Auflage eingestellt werden, an Beratungsgesprächen teilzunehmen. Im Gespräch wies Haller zudem auf das österreichische Modell hin, bei dem nach häuslicher Gewalt bereits frühzeitig verpflichtende Beratungsgespräche angeordnet werden können. Solche Ansätze könnten wichtige Impulse liefern, wie Interventionen auch in Deutschland früher ansetzen können. Für diese wichtige Arbeit fehlt bislang jedoch eine verlässliche Regelfinanzierung.

„Der Schutz von Frauen vor Gewalt gehört ins Zentrum unserer Sicherheitspolitik und ist ein zentraler Bestandteil innerer Sicherheit. Wenn wir Gewalt verhindern wollen, dürfen wir Prävention nicht dem Zufall überlassen“, unterstreicht Seifert. „Die Arbeit von Organisationen wie der Sozialen Rechtspflege ist ein wesentlicher Baustein für mehr Sicherheit und zeigt eindrucksvoll, wie Prävention durch Täter*innenarbeit konkret funktionieren kann. Sie muss deshalb unbedingt dauerhaft abgesichert werden.“

Beratung bei häuslicher Gewalt finden Sie bei:

Soziale Rechtspflege Ortenau e.V.
Goldgasse 17/19, 77652 Offenburg; Tel.: 0781 74926
Stefanienstraße 54, 77933 Lahr; Tel.: 07821 37992
E-Mail: offenburg@rechtspflege-ortenau.de
www.rechtspflege-ortenau.de

ELR-Programm 2026: Fokus auf klimaresiliente Maßnahmen und flächensparendes Bauen – Land fördert 17 Projekte im Wahlkreis Offenburg mit ca. 1,22 Mio. Euro

24.07.2026, Offenburg. Gute Nachrichten für den Wahlkreis Offenburg: Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat hat am Freitag (24.07) die Förderzusage aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) für das Jahr 2026 bekanntgegeben. Mit dem Programmentscheid 2026 unterstützt die Landesregierung 259 strukturell bedeutende Projekte in ganz Baden-Württemberg mit insgesamt 20,2 Millionen Euro. Auch 17 Projekte aus dem Wahlkreis Offenburg erhalten Unterstützung in Höhe von etwa 1,22 Millionen Euro.

„Das sind sehr gute Nachrichten für Offenburg und Umgebung! Ich freue mich, dass wir mit gleich so vielen Projekt überzeugt haben und diese wichtige Förderung erhalten! Jedes einzelne Projekt ist zentral für unsere Region und ihre nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung“, betont die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (GRÜNE).

Das ELR-Programm ist das größte Förderprogramm des Landes zur Modernisierung und Zukunftssicherung ländlicher Räume. Es fördert Städte und Gemeinden im ländlichen Raum in vier zentralen Bereichen: Wohnen, Nahversorgung, Arbeitsplätze und Gemeinschaftsleben – wobei der Fokus auf der Entwicklung der Ortskerne liegt.

Projekte zum flächensparenden Bauen und Anpassung an den Klimawandel bekommen auch 2026 wieder Förderung

Hitzepläne, Verschattungskonzepte, intelligentes Regenwassermanagement: Projekte, die entsprechende Maßnahmen entwickeln und umsetzen, können sich auch in der aktuellen Förderrunde über Zuwendungen freuen.

Erneut ist auch nachhaltiges und flächensparendes Bauen ein weiterer Schwerpunkt. Die Schlagworte sind hier: Holzbau, Flächenrecycling, Umnutzung bestehender Gebäude mit dem Ziel, den Flächenverbrauch zu reduzieren.

Die Fördermittel für den Wahlkreis Offenburg verteilen sich auf insgesamt 17 Projekte in acht Kommunen. Biberach erhält Unterstützung für sechs Projekte – darunter fünf Vorhaben im Bereich Innenentwicklung und Wohnen sowie ein Projekt der Grundversorgung. Je zwei Projekte werden in Berghaupten, Gengenbach, Hohberg und Ortenberg gefördert. Hinzu kommen jeweils ein Projekt in Bad Peterstal-Griesbach, Durbach und Nordrach. Der Schwerpunkt liegt mit zwölf Vorhaben klar auf der Innenentwicklung und der Schaffung beziehungsweise Modernisierung von Wohnraum, daneben werden vier Projekte im Förderschwerpunkt „Arbeiten“ sowie ein Projekt der Grundversorgung unterstützt.

„Gerade die starke Förderung der Innenentwicklung zeigt, dass wir Ortskerne stärken, neuen Wohnraum schaffen und gleichzeitig sorgsam mit unseren Flächen umgehen. Außerdem sichern Investitionen in Betriebe und die Grundversorgung die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre zukunftsweisende Idee. Die Förderzusage ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Projekte“, so Seifert.

Besuch beim Institut für deutsche Sprache Offenburg: Maren Seifert fordert verlässliche Finanzierung für Integrations- und Deutschkurse

Maren Seifert MdL zusammen mit IDS-Leiterin Anne Stolle vor dem IDS in Offenburg.

15.07.2026, Offenburg. Die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Grüne) hat das Institut für deutsche Sprache (IDS) Offenburg, eine Einrichtung der Volkshochschule Offenburg e.V., besucht und sich mit der Leiterin Anne Stolle über die aktuelle Situation der Sprach- und Integrationskurse ausgetauscht. Das IDS ist der größte Kursträger für Deutsch als Fremdsprache im Ortenaukreis.

Während ihres Besuchs erhielt Seifert Einblicke in einen Zweitschriftlernerkurs. Dort lernen Menschen, die zuvor ein anderes Schriftsystem als das lateinische Alphabet verwendet haben, zunächst Lesen und Schreiben in lateinischer Schrift. Anschließend werden sie im Kurs schrittweise bis zum Sprachniveau B1 geführt. Viele von ihnen streben danach das Niveau B2 an, das für zahlreiche Ausbildungsberufe erforderlich ist. Seifert konnte sich im Gespräch mit den Teilnehmenden von ihrer hohen Motivation und Lernbereitschaft überzeugen.

„Wer in Deutschland eine qualifizierte Arbeit aufnehmen, eine Ausbildung machen und dauerhaft beruflich Fuß fassen möchte, braucht gute Sprachkenntnisse. Hier zeigt sich jeden Tag, mit wie viel Motivation die Teilnehmenden lernen. Es ist unsere Aufgabe, ihnen dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten“, erklärte die Landtagsabgeordnete.

Im Gespräch mit Stolle standen vor allem die Folgen der jüngsten Kürzungen bei den Integrationskursen im Mittelpunkt. Seit dem Frühjahr ist die Zahl der Kursteilnehmenden am IDS um circa ein Drittel zurückgegangen. Grund hierfür ist, dass der Zugang zum Integrationskurs durch das Bundesministerium des Inneren (BMI) stark eingeschränkt wurde. Alle Personengruppen, die bislang einen Antrag auf freiwillige Teilnahme am Integrationskurs stellen konnten, erhalten nun hierfür keine Berechtigung mehr vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Betroffen von dieser Einschränkung sind Geflüchtete aus der Ukraine, EU-Bürger*innen, Asylbewerber*innen und Geduldete nach §44 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz. Problematisch sei auch, dass die Änderung rückwirkend zum Dezember 2025 erfolgte, aber erst am 09. Februar 2026 kommuniziert wurde, sodass die Kursträger sowie zahlreiche Interessierte für die Teilnahme an einem Integrationskurs zwei Monate lang auf eine Entscheidung warten mussten. Diese und weitere kurzfristige Änderungen von Finanzierungszusagen des Bundes erschweren die Arbeit des IDS Offenburg erheblich.

„Das IDS Offenburg hat in den letzten Jahren auf die unterschiedlichen gesellschaftlichen Herausforderungen sehr flexibel reagiert und insbesondere seit März 2022 – auch auf Wunsch der Politik – die Kurse und Strukturen stark ausgebaut, um dem an uns gestellten Bildungs- und Integrationsauftrag bestmöglich nachzukommen. Kurzfristige, insbesondere rückwirkende Entscheidungen des BAMF bzw. des BMI konterkarieren diese Bemühungen und schaden zunächst der Integration vieler engagierter Personen, die sich hier ein Leben aufbauen und Teil unserer Gesellschaft werden möchten, letztlich aber auch dem Arbeitsmarkt, der branchenübergreifend dringend Arbeitskräfte mit guten Deutschkenntnissen benötigt,“ erläutert Stolle.

„Wer Integration ernst meint, darf Sprachkurse nicht zum Spielball kurzfristiger Sparmaßnahmen machen. Kurzfristige Änderungen bei der Finanzierung schaffen Unsicherheit, für die Teilnehmenden ebenso wie für die Träger. Das ist weder fair noch nachhaltig“, ergänzt Seifert.

Die Kürzungen treffen nicht nur die Kursteilnehmenden, sondern auch die Träger. Rund 120 Lehrkräfte am IDS arbeiten auf Honorarbasis und verlieren mit jedem ausfallenden Kurs Unterrichtsstunden. Gleichzeitig fehlt den Einrichtungen die notwendige Planungssicherheit. Zwar gibt es die Zusage, dass zum 1. Juni 2026 wieder EU-Bürger*innen sowie Geflüchtete aus der Ukraine für Integrationskurse zugelassen werden, die praktische Umsetzung steht jedoch weiterhin aus.

Positiv hob Seifert die vom Land Baden-Württemberg und dem Ortenaukreis finanzierten Intensivsprachkurse für Auszubildende mit Einwanderungsgeschichte nach der VwV Deutsch hervor. „Wer in Sprachförderung investiert, investiert in Fachkräfte und in gelungene Integration. Solche Programme zeigen, wie erfolgreiche Integrationspolitik aussehen kann.“

Maren Seifert MdL im Austausch mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband: Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe schaffen und Flächenverbrauch reduzieren

v.l.n.r. Martin Haas (stellvertretender Kreisvorstand BLHV Offenburg), Lukas Schaudel (Bezirksgeschäftsführer BLHV Offenburg), Maren Seifert MdL, Ulrich Müller (Kreisvorsitzender BLHV Wolfach).

09.07.2026, Offenburg. Die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Grüne) hat vergangene Woche den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) in Offenburg besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Ulrich Müller (Kreisvorsitzender Wolfach), Martin Haas (stellvertretender Kreisvorstand Offenburg) und Bezirksgeschäftsführer Lukas Schaudel standen die Auswirkungen des Ausbaus der Rheintalbahn auf landwirtschaftliche Betriebe sowie der sparsame Umgang mit wertvollen landwirtschaftlichen Flächen.

Für den Ausbau der Rheintalbahn müssen landwirtschaftliche Betriebe auch in der Ortenau Flächen zur Verfügung stellen, anderenfalls wurde ihnen die Enteignung angedroht. Die Vertreter des BLHV machten deutlich, dass die betroffenen Betriebe derzeit in einer schwierigen Situation seien: Solange die Planfeststellung noch nicht abgeschlossen ist, gebe es keine verbindlichen Aussagen über die genaue Flächengrößen und deren finanzielle Kompensation. Die Betriebe müssten also ihre Zukunft planen, ohne zu wissen, wann und in welchem Umfang sie von den Maßnahmen betroffen sein und welchen Ausgleich sie erhalten werden.

Mit diesem Thema befasst sich Maren Seifert MdL bereits seit Längerem auch auf Landesebene. Erst kürzlich hat sie hierzu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung eingebracht, um den aktuellen Stand der Finanzierung und der Planungen beim Ausbau der Rheintalbahn zu erfragen. Eine Antwort steht noch aus. Darüber hinaus steht sie in regelmäßigem Austausch mit betroffenen Betrieben und der Bundesebene, um sich für mehr Planungssicherheit und tragfähige Lösungen einzusetzen.

„Planungssicherheit ist insbesondere für diejenigen landwirtschaftlichen Familienbetriebe unverzichtbar, bei denen nicht nur Ackerflächen, sondern ein ganzer Hofstandort betroffen ist. Wer über Jahre hinweg im Ungewissen gelassen wird, kann weder sinnvoll investieren noch langfristig wirtschaften“, betonte Maren Seifert MdL (Grüne). „Es braucht frühzeitige Klarheit für die Betroffenen und die entsprechenden bundesrechtlichen Voraussetzungen, damit in besonderen Härtefällen auch vorgezogene Entschädigungs- oder Verlagerungslösungen möglich werden.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war der allgemein durch Großprojekte zunehmende Flächenverbrauch im Wahlkreis Offenburg. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass die Kommunen stärkere Anreize setzen sollten, flächensparend zu bauen. „Da die Städte und Gemeinden im Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit maßgeblich über die bauliche Entwicklung entscheiden, könnten entsprechende Förderinstrumente dazu beitragen, künftig verstärkt in die Höhe statt in die Breite zu bauen,“ so Maren Seifert MdL (Grüne). Die Vertreter des BLHV schlugen zusätzlich vor, dass für Neuansiedlungen mehrgeschossiger Gewerbebetriebe zukünftig weniger Ausgleichsfläche festgesetzt werden sollte. Kreisvorsitzender Müller regte an, gestaffelte Preise bei Bebauung von Gewerbegrundstücken einzuführen. So könnten beispielsweise Grundstücke für eine mehrstöckige Bebauung deutlich günstiger zu erwerben sein als Grundstücke für eine eingeschossige Bauweise.

„Jeder Hektar fruchtbarer Boden, der versiegelt wird, fehlt dauerhaft der Landwirtschaft und dem Naturhaushalt“, sagte Maren Seifert MdL (Grüne). „Deshalb müssen wir den Flächenverbrauch weiter reduzieren. Intelligente Siedlungsentwicklung, Nachverdichtung und eine flächensparende Bauweise sind wichtige Bausteine, um Landwirtschaft, Wohnraumbedarf und Naturschutz besser miteinander zu vereinbaren.“

Die Offenburger Landtagsabgeordnete bedankte sich für den offenen Austausch: „Der direkte Dialog mit den Menschen vor Ort ist unverzichtbar, um praxistaugliche Lösungen für die Herausforderungen der Landwirtschaft zu entwickeln.“