ELR-Programm 2026: Fokus auf klimaresiliente Maßnahmen und flächensparendes Bauen – Land fördert 17 Projekte im Wahlkreis Offenburg mit ca. 1,22 Mio. Euro
24.07.2026, Offenburg. Gute Nachrichten für den Wahlkreis Offenburg: Das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat hat am Freitag (24.07) die Förderzusage aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) für das Jahr 2026 bekanntgegeben. Mit dem Programmentscheid 2026 unterstützt die Landesregierung 259 strukturell bedeutende Projekte in ganz Baden-Württemberg mit insgesamt 20,2 Millionen Euro. Auch 17 Projekte aus dem Wahlkreis Offenburg erhalten Unterstützung in Höhe von etwa 1,22 Millionen Euro.
„Das sind sehr gute Nachrichten für Offenburg und Umgebung! Ich freue mich, dass wir mit gleich so vielen Projekt überzeugt haben und diese wichtige Förderung erhalten! Jedes einzelne Projekt ist zentral für unsere Region und ihre nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung“, betont die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (GRÜNE).
Das ELR-Programm ist das größte Förderprogramm des Landes zur Modernisierung und Zukunftssicherung ländlicher Räume. Es fördert Städte und Gemeinden im ländlichen Raum in vier zentralen Bereichen: Wohnen, Nahversorgung, Arbeitsplätze und Gemeinschaftsleben – wobei der Fokus auf der Entwicklung der Ortskerne liegt.
Projekte zum flächensparenden Bauen und Anpassung an den Klimawandel bekommen auch 2026 wieder Förderung
Hitzepläne, Verschattungskonzepte, intelligentes Regenwassermanagement: Projekte, die entsprechende Maßnahmen entwickeln und umsetzen, können sich auch in der aktuellen Förderrunde über Zuwendungen freuen.
Erneut ist auch nachhaltiges und flächensparendes Bauen ein weiterer Schwerpunkt. Die Schlagworte sind hier: Holzbau, Flächenrecycling, Umnutzung bestehender Gebäude mit dem Ziel, den Flächenverbrauch zu reduzieren.
Die Fördermittel für den Wahlkreis Offenburg verteilen sich auf insgesamt 17 Projekte in acht Kommunen. Biberach erhält Unterstützung für sechs Projekte – darunter fünf Vorhaben im Bereich Innenentwicklung und Wohnen sowie ein Projekt der Grundversorgung. Je zwei Projekte werden in Berghaupten, Gengenbach, Hohberg und Ortenberg gefördert. Hinzu kommen jeweils ein Projekt in Bad Peterstal-Griesbach, Durbach und Nordrach. Der Schwerpunkt liegt mit zwölf Vorhaben klar auf der Innenentwicklung und der Schaffung beziehungsweise Modernisierung von Wohnraum, daneben werden vier Projekte im Förderschwerpunkt „Arbeiten“ sowie ein Projekt der Grundversorgung unterstützt.
„Gerade die starke Förderung der Innenentwicklung zeigt, dass wir Ortskerne stärken, neuen Wohnraum schaffen und gleichzeitig sorgsam mit unseren Flächen umgehen. Außerdem sichern Investitionen in Betriebe und die Grundversorgung die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre zukunftsweisende Idee. Die Förderzusage ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Projekte“, so Seifert.
Besuch beim Institut für deutsche Sprache Offenburg: Maren Seifert fordert verlässliche Finanzierung für Integrations- und Deutschkurse

15.07.2026, Offenburg. Die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Grüne) hat das Institut für deutsche Sprache (IDS) Offenburg, eine Einrichtung der Volkshochschule Offenburg e.V., besucht und sich mit der Leiterin Anne Stolle über die aktuelle Situation der Sprach- und Integrationskurse ausgetauscht. Das IDS ist der größte Kursträger für Deutsch als Fremdsprache im Ortenaukreis.
Während ihres Besuchs erhielt Seifert Einblicke in einen Zweitschriftlernerkurs. Dort lernen Menschen, die zuvor ein anderes Schriftsystem als das lateinische Alphabet verwendet haben, zunächst Lesen und Schreiben in lateinischer Schrift. Anschließend werden sie im Kurs schrittweise bis zum Sprachniveau B1 geführt. Viele von ihnen streben danach das Niveau B2 an, das für zahlreiche Ausbildungsberufe erforderlich ist. Seifert konnte sich im Gespräch mit den Teilnehmenden von ihrer hohen Motivation und Lernbereitschaft überzeugen.
„Wer in Deutschland eine qualifizierte Arbeit aufnehmen, eine Ausbildung machen und dauerhaft beruflich Fuß fassen möchte, braucht gute Sprachkenntnisse. Hier zeigt sich jeden Tag, mit wie viel Motivation die Teilnehmenden lernen. Es ist unsere Aufgabe, ihnen dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten“, erklärte die Landtagsabgeordnete.
Im Gespräch mit Stolle standen vor allem die Folgen der jüngsten Kürzungen bei den Integrationskursen im Mittelpunkt. Seit dem Frühjahr ist die Zahl der Kursteilnehmenden am IDS um circa ein Drittel zurückgegangen. Grund hierfür ist, dass der Zugang zum Integrationskurs durch das Bundesministerium des Inneren (BMI) stark eingeschränkt wurde. Alle Personengruppen, die bislang einen Antrag auf freiwillige Teilnahme am Integrationskurs stellen konnten, erhalten nun hierfür keine Berechtigung mehr vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Betroffen von dieser Einschränkung sind Geflüchtete aus der Ukraine, EU-Bürger*innen, Asylbewerber*innen und Geduldete nach §44 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz. Problematisch sei auch, dass die Änderung rückwirkend zum Dezember 2025 erfolgte, aber erst am 09. Februar 2026 kommuniziert wurde, sodass die Kursträger sowie zahlreiche Interessierte für die Teilnahme an einem Integrationskurs zwei Monate lang auf eine Entscheidung warten mussten. Diese und weitere kurzfristige Änderungen von Finanzierungszusagen des Bundes erschweren die Arbeit des IDS Offenburg erheblich.
„Das IDS Offenburg hat in den letzten Jahren auf die unterschiedlichen gesellschaftlichen Herausforderungen sehr flexibel reagiert und insbesondere seit März 2022 – auch auf Wunsch der Politik – die Kurse und Strukturen stark ausgebaut, um dem an uns gestellten Bildungs- und Integrationsauftrag bestmöglich nachzukommen. Kurzfristige, insbesondere rückwirkende Entscheidungen des BAMF bzw. des BMI konterkarieren diese Bemühungen und schaden zunächst der Integration vieler engagierter Personen, die sich hier ein Leben aufbauen und Teil unserer Gesellschaft werden möchten, letztlich aber auch dem Arbeitsmarkt, der branchenübergreifend dringend Arbeitskräfte mit guten Deutschkenntnissen benötigt,“ erläutert Stolle.
„Wer Integration ernst meint, darf Sprachkurse nicht zum Spielball kurzfristiger Sparmaßnahmen machen. Kurzfristige Änderungen bei der Finanzierung schaffen Unsicherheit, für die Teilnehmenden ebenso wie für die Träger. Das ist weder fair noch nachhaltig“, ergänzt Seifert.
Die Kürzungen treffen nicht nur die Kursteilnehmenden, sondern auch die Träger. Rund 120 Lehrkräfte am IDS arbeiten auf Honorarbasis und verlieren mit jedem ausfallenden Kurs Unterrichtsstunden. Gleichzeitig fehlt den Einrichtungen die notwendige Planungssicherheit. Zwar gibt es die Zusage, dass zum 1. Juni 2026 wieder EU-Bürger*innen sowie Geflüchtete aus der Ukraine für Integrationskurse zugelassen werden, die praktische Umsetzung steht jedoch weiterhin aus.
Positiv hob Seifert die vom Land Baden-Württemberg und dem Ortenaukreis finanzierten Intensivsprachkurse für Auszubildende mit Einwanderungsgeschichte nach der VwV Deutsch hervor. „Wer in Sprachförderung investiert, investiert in Fachkräfte und in gelungene Integration. Solche Programme zeigen, wie erfolgreiche Integrationspolitik aussehen kann.“
Maren Seifert MdL im Austausch mit dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband: Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe schaffen und Flächenverbrauch reduzieren

09.07.2026, Offenburg. Die Offenburger Landtagsabgeordnete Maren Seifert (Grüne) hat vergangene Woche den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) in Offenburg besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Ulrich Müller (Kreisvorsitzender Wolfach), Martin Haas (stellvertretender Kreisvorstand Offenburg) und Bezirksgeschäftsführer Lukas Schaudel standen die Auswirkungen des Ausbaus der Rheintalbahn auf landwirtschaftliche Betriebe sowie der sparsame Umgang mit wertvollen landwirtschaftlichen Flächen.
Für den Ausbau der Rheintalbahn müssen landwirtschaftliche Betriebe auch in der Ortenau Flächen zur Verfügung stellen, anderenfalls wurde ihnen die Enteignung angedroht. Die Vertreter des BLHV machten deutlich, dass die betroffenen Betriebe derzeit in einer schwierigen Situation seien: Solange die Planfeststellung noch nicht abgeschlossen ist, gebe es keine verbindlichen Aussagen über die genaue Flächengrößen und deren finanzielle Kompensation. Die Betriebe müssten also ihre Zukunft planen, ohne zu wissen, wann und in welchem Umfang sie von den Maßnahmen betroffen sein und welchen Ausgleich sie erhalten werden.
Mit diesem Thema befasst sich Maren Seifert MdL bereits seit Längerem auch auf Landesebene. Erst kürzlich hat sie hierzu eine Kleine Anfrage an die Landesregierung eingebracht, um den aktuellen Stand der Finanzierung und der Planungen beim Ausbau der Rheintalbahn zu erfragen. Eine Antwort steht noch aus. Darüber hinaus steht sie in regelmäßigem Austausch mit betroffenen Betrieben und der Bundesebene, um sich für mehr Planungssicherheit und tragfähige Lösungen einzusetzen.
„Planungssicherheit ist insbesondere für diejenigen landwirtschaftlichen Familienbetriebe unverzichtbar, bei denen nicht nur Ackerflächen, sondern ein ganzer Hofstandort betroffen ist. Wer über Jahre hinweg im Ungewissen gelassen wird, kann weder sinnvoll investieren noch langfristig wirtschaften“, betonte Maren Seifert MdL (Grüne). „Es braucht frühzeitige Klarheit für die Betroffenen und die entsprechenden bundesrechtlichen Voraussetzungen, damit in besonderen Härtefällen auch vorgezogene Entschädigungs- oder Verlagerungslösungen möglich werden.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war der allgemein durch Großprojekte zunehmende Flächenverbrauch im Wahlkreis Offenburg. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass die Kommunen stärkere Anreize setzen sollten, flächensparend zu bauen. „Da die Städte und Gemeinden im Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit maßgeblich über die bauliche Entwicklung entscheiden, könnten entsprechende Förderinstrumente dazu beitragen, künftig verstärkt in die Höhe statt in die Breite zu bauen,“ so Maren Seifert MdL (Grüne). Die Vertreter des BLHV schlugen zusätzlich vor, dass für Neuansiedlungen mehrgeschossiger Gewerbebetriebe zukünftig weniger Ausgleichsfläche festgesetzt werden sollte. Kreisvorsitzender Müller regte an, gestaffelte Preise bei Bebauung von Gewerbegrundstücken einzuführen. So könnten beispielsweise Grundstücke für eine mehrstöckige Bebauung deutlich günstiger zu erwerben sein als Grundstücke für eine eingeschossige Bauweise.
„Jeder Hektar fruchtbarer Boden, der versiegelt wird, fehlt dauerhaft der Landwirtschaft und dem Naturhaushalt“, sagte Maren Seifert MdL (Grüne). „Deshalb müssen wir den Flächenverbrauch weiter reduzieren. Intelligente Siedlungsentwicklung, Nachverdichtung und eine flächensparende Bauweise sind wichtige Bausteine, um Landwirtschaft, Wohnraumbedarf und Naturschutz besser miteinander zu vereinbaren.“
Die Offenburger Landtagsabgeordnete bedankte sich für den offenen Austausch: „Der direkte Dialog mit den Menschen vor Ort ist unverzichtbar, um praxistaugliche Lösungen für die Herausforderungen der Landwirtschaft zu entwickeln.“